Der erste Mittwoch im Jahr ist für mich der Tag an dem ich üblicherweise zurückblicke. Was von meinen Pläne habe ich umgesetzt und was nicht? Diesmal möchte ich jedoch einen Beitrag dazu schreiben, welche Werke von mir nicht mehr im Einsatz sind und warum….Vorhang auf!

Den Anfang mach die Bluse Sombra von Lillesol und Pelle. Diese Bluse hat eigentlich einen schönen Schnitt, aber ich habe eindeutig den falschen Stoff dafür verwandt. Es handelt sich hier um einen Crepe-Stoff und genau so hat er sich auf der Haut angefühlt….rau und unbequem. Diese Bluse habe ich nie getragen und bereits letztes Jahr in die Altkleiderspende gegeben.
Wenn ich Sie jetzt so wieder sehe, denke ich, dass ich diese Bluse aus einem leichten Leinen oder Baumwollstoff nochmal nähen sollte. Das habe ich tatsächlich auch damals im Blog-Beitrag auch schon geschrieben. Vlt. schafft sie ja dieses Jahr auf meine To-Sew-Liste.

Der nächste Kanidat kommt aus der gleichen Nähchallenge von Lillesol und Pelle und ist dieser „Oversize“ Hoodie. Was an dem Oversize sein soll, habe bereits auf diesen Bilder nicht verstanden. Er saß völlig angemssen…und man beachte mal meine Arme…da ist nüsch locker und oversizig. Klares nein für das Schnittmuster. Auch klares nein, geht an den Kuschelsweat von makerist. Der war genau zweimal kuschelig, nämlich als er gelifert wurde und nach der ersten Wäsche. Dann wurde er ziemlich rasch steif und unelastisch, was bei dem mangel an oversize super unbequem wurde. Er liegt ganz hinten im Schrank und wir nur noch raugeholt, wenn Malerarbeiten oder ähnliches anstehen.

Das nächste ungetragene Teil ist der Reflector Shawl. HIer war ich einfach ein typischen Instagram Opfer. Ich fand die Idee, dass zwei Handfärberinnen gemeinsam ein Lied hören, dann Wolle dannach färben und je ein Strang von der einen und der anderen zu diesem Tuch verarbeiten werden kann, total gut. Das Ergebnis überzeugte mich jedoch nicht. Das Lila ist einfach nicht meine Farbe. Das Tuch ist rasch nach diesem Foto zu meiner Schwiegeroma nach Rostock gewandert, da Lila total ihre Farbe ist. An hier getragen, habe ich Ihn jedoch auch noch nie gesehen, daher gehört er hier in die Kategorie.

Mein erster Matel eilt auch nicht mehr bei mir. Der Wrapped in Wool aus einer Ottrobe Design war einfach nicht meins. Ich habe mich darin kastig, globig und unförmig gefühlt. Er hing 4 Jahre im Schrank, bis ich mich traute ihn bei Vinted einzustellen. Er wurde tatschlich verkauft. Ob die neue Besitzerin ihn jedoch trägt weiß ich nicht. Seit dem bin ich auf der Suche nach einem schönen alltagstauglichen Mantelschnitt, aber mir gefällt nichts…und ja, ich weiß, es gibt bestimmt tolle, aber ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht. Welches sind eure liebsten Mantelschnitte?

Mein ersten Colourwork Projekt und auch ein Teststrick, die Alpenrosenmütze. Ich mache es kurz, ich habe sie geliebt und verloren. Irgendwo liegen gelassen und ich hoffe, dass der/die neue Träger*in sich daran freut. Warum habe ich sie mir bisher nicht nachgestrickt…gute Frage. Ab auf die To-Knit-Liste mit ihr.

Oh ja…meine ersten Versuche BHs zu nähen und irgendwie auch die Letzen…mich hat die Muse verlassen. Der Bralacy ist sowohl vom Schnitt als auch den von mir verwendeten Materialien ein absoluter Fail gewesen. Es gibt noch eine andere Variante, wo das Material noch schlechter gewählt war. Aus lauter Verzweiflung habe ich 500 Euro für einen Unterwäsche-Nähkurs ausgegeben, den ich…ungelogen, noch nicht gemacht habe. Ich weiß nicht mal mehr die Zugangsdaten. Ein Fail auf ganzer Linie und wahrscheinlich bräuchte ich mal ganz in Ruhe Zeit mich da wieder einzufuchsen. Das das in nächster Zeit passiert ist unwahrscheinlich, da in meinem Alltag diese Zeit nicht gibt und aktuell nur Projekte gut funktionieren, wo ich ständig unterbrochen werden kann….so ist das. Es kommt auch wieder anders.

Meine erste echte Hose. Ein Schnitt aus irgendeiner Burda. Der Schnitt ist eigentlich toll, aber meine Stoffwahl war es mal wieder nicht. Die Schurwolle kratze einfach unheimlich und auch mit Strumpfhse drunter, habe ich mich ständig jucken müssen. Ich könnte mir in den A… beißen, dass ich die Hose nicht gefüttert habe. Nun ja, sie passt ehe nicht mehr und ist auch bereits vorletztes Jahr in die Altkleidersammlung gewandert. Ich würde den Schnitt gern nochmal nähen, aber dass war damals schon die größte Größe. Schade. Kennt ih ähnliche Schnitte?
Das waren sie meine Teile, die ich hier verbloggt habe und sich als nicht so tauglich erwiesen habe. Mir zeigt dieser Rückblick, dass ich ab 2022 offenbar viel besser darin geworden bin, Schnitt und Stoffwahl zu kombinieren. Manache „neuen“ Teile aus 2025 kann ich auch noch gar nicht einschätzen, wie sie sich entwicklen werden. Vlt. gibt es dann 2027 einen Ähnlichen Blogbeitrag.
Und nun schaut mal zu den Mädels beim Me Made Mittwoch vorbei. Manche haben schon neue Dinge genäht, andere Blicken auch zurück auf ihre Jahr 2025. Ich finde das ja immer eine wahnsinnige Inspriationsquelle.

Als Ersatz für die bequeme Hose würde ich die
„Almost Long Trouser“ von TAL (the Assembly Line)
vorschlagen. Mit Gummizug in der Taille, ohne RV.
Den Beinabschluss entweder mit oder ohne Gummizug.
Danke für die Empfehlung. Bei dem Schnitt würden mir die Bundfalten und der Umschlag an den Beinen fehlen. Das hat es mir bei dem Burder-Schnitt echt angetan. Liebe Grüße
deine Claudia
Vielen Dank für den spannenden Beitrag mit Deiner schonungslosen Ehrlichkeit. Letzlich kann man festhalten, dass Du aus 2024 und 2025 kein Projekt auf die Fail-Liste gesetzt hast. Das ist doch toll und zeigt einmal mehr, dass frau im Laufe der Zeit viel besser die Schnitt und Stoffqualität einschätzen kann und die Projekte so gelingen, wie man sich das wünscht. LG Kuestensocke
Liebe Küstensocke, ja, wobei manchen Teilen aus 2024 und 2025 gebe ich aktuell noch eine Chance…aber ich ahne, da sind auch ein paar drunter. Aber längst nicht mehr so viele. LG deine Claudia
Sehr interessant …. und solche Kursleichen habe ich übrigens auch. Da es mehrere sind, komme ich auch auf einen unerfreulichen Betrag …
Da bin ich ja froh, dass ich nicht alleine mit sowas bin. Echt schade ums Geld.
Ein spannender – mal anderer Rückblick. Schön zu sehen, dass du in den letzten Jahren immer sicherer geworden bist. Das Thema Stoffwahl finde ich je nach Projekt auch wirklich schwierig – gerade bei Hosen tue ich mich momentan durchaus schwer.
Auch bei „es braucht Projekte, bei denen man unterbrochen werden kann, bin ich bei dir – geht mir ganz genau so. Leider fehlt es an: Ich nähe einfach mal ein paar Stunden ununterbrochen-Zeit.
Auf das es ein tolles Näh- (und Strick)jahr gibt, mit vielen schönen und gerne getragen Neuzugängen.
LG Miriam
Liebe Miriam, ja, das hat mich bei diesem Rückblick auch gefreut zu sehen, dass ich mich entwickelt habe. Nicht desto trotz gibt es auch jetzt Teile, wo ich vlt. ahne, dass sie eigntlich auch auf diese Liste gehören. Aber ich geben ihnen dieses Jahr noch eine Chance 😉 Liebe Grüße
deine Claudia
Liebe Claudia,
danke für den spannenden Rückblick. Als Mantelschnitt kann ich dir Marit aus der La Maison Victor oder Cool eleganze mit längerem Arm aus der Ottobre empfehlen. Unkompliziert und bei mir im Dauereinsatz.
Lg, Heike
Hallo Heike, danke für deine Tipps. Das schaue ich mir mal in Ruhe an. Liebe Grüße, deine Claudia
Auch eine schöne Art von Rückblick, vor allem gibt es vielleicht auch die ein oder andere Erkenntnis zu gewinnen daraus.
Besonders beim Mantel bin ich ganz bei dir. Eine Nähfreundin von mir sagt immer „der tut nichts für mich“ und ich liebe diese Betrachtungsweise. Der Mantelschnitt passt einfach nicht zu dir, umso besser das du ihn weiter geben konntest. Da scheitere ich noch manchmal dran…
Ich hoffe, du hast dir trotzdem auch deine Highlights angesehen und dich umso mehr über die gefreut.
Grüße, Tina
Liebe Tina, ein positiver Rückblick ist auch noch geplant. Liebe Grüße, deine Claudia